Über die Ehrlichiose

Die menschliche Ehrlichiose ist eine zunehmend auftretende, zeckenübertragene Erkrankung, die im Jahr 1999 erstmals an die US-amerikanische Gesundheitsbehörde CDC gemeldet wurde.

Die Bezeichnung Ehrlichiose umfasst ein durch mehrere Untergruppen (Subspezies) als Erreger bedingtes Krankheitsbild, welches sich in den klinischen Symptomen gleicht. Ehrlichien sind obligat intrazelluläre Bakterien mit epidemiologischen Unterschieden. Obwohl Sie bereits im Jahr 1935 als Erreger beschrieben wurden, betrachtete man Ehrlichien zunächst nur als krankmachende Infektion für Tiere wie Schafe, Ziegen, Pferde und Hunde, nicht aber für den Menschen. In 1953 wurde Neorickettsia sennetsu in Japan als die erste menschliche Infektion beschrieben. Erst im Jahr 1986 wurde ein weiterer den Menschen krankmachenden Ehrlichien-Erreger identifiziert. Aktuell sind insgesamt fünf von Zecken auf den Menschen übertragbare Ehrlichien-Subspezies beschrieben, wovon drei als krankmachende Bakterienarten klinisch charakterisiert wurden (Anaplasma phagocytophilum, Ehrlichia chaffeensis and Ehrlichia ewingii). Weder Ehrlichia canis noch Nerorickettsia sennetsu, die beiden weiteren, auf den Menschen übertragbaren Subspezies, sind bislang hinreichend wissenschaftlich untersucht worden.

Unsere Tests für Ehrlichiose

EliSpot

Ehrlichien / Anaplasmen EliSpot
(2x ACD/CPDA Röhrchen)

IFT, ELISA, Immunoblot

Ehrlichien-IgM und Ehrlichien-IgG-Antikörper
(1x Serum/SST Röhrchen)

PCR

Ehrlichien / Anaplasmen-DNA-PCR im Blut
(2x EDTA Röhrchen)

Zeckentest

Anaplasma phagocytophilum-DNA-PCR
(aus der Zecke)

Bakterienart:

Ehrlichia chaffeensis (Menschliche Monozyten-Ehrlichiose = HME),
Anaplasma phagocytophilum (Menschliche Granulozyten-Ehrlichiose = HGE) (gramnegativ, obligat intrazellulär in den Granulozyten)

Überträger:

Ixodes ricinus (Gemeiner Holzbock), Ixodes scapularis (Hirschzecke)

Wirte:

Wildtiere (bspw. Rehe), Haustiere, Menschen

Symptome (Inkubationszeit: Einige Tage bis zu 4 Wochen):

Rascher Erkrankungsbeginn mit Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Niedergeschlagenheit, die Kopfschmerzen fühlen sich “wie Messerstiche an und sind oftmals hinter den Augen lokalisiert”, Muskelschmerzen (eher keine Gelenkschmerzen), neurologische Symptome, Verwirrtheit, selten diffuse Hautrötungen durch Gefäßentzündungen einschliesslich der Handinnenflächen und Fusssohlen (<10 %), Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie), Verminderung der Leukozyten, erhöhte Leberwerte.

Risikofaktoren:

Zeckenstiche, höheres Lebensalter, schwerwiegende Grunderkrankung, Schwächung des Immunsystems (v.a. bei Kindern und älteren Personen)