Über die Borreliose

Die Erkrankung der Lyme Borreliose wurde nach dem Namen der Ortschaft “Old Lyme”, Connecticut, an der Ostküste der USA benannt, da in der Region um “Old Lyme” die ersten Erkrankungsfälle in den 70er Jahren beschrieben wurden. Der Verursacher der Lyme Borreliose ist eine Bakterienart (Spirochäte), die nach dem Entdecker Dr. Willy Burgdorfer (verstorben 2014), als Borrelia burgdorferi im Jahre 1982 benannt wurde.

Borrelia burgdorferi ist eine Vektoren-übertragene Bakterienart, die vornehmlich über Zecken (Ixodes ricinus, gemeiner Holzbock) in Europa übertragen wird. Die Lyme Borreliose wird von Zecken auf den Menschen durch einen Zeckenstich übertragen, kann in Einzelfällen aber auch durch z. B. Pferdebremsen übertragen werden.

Bilder: Zysten © und mit Erlaubnis durch Judith Miklossy PhD, Lausanne, Schweiz

Lyme Borreliose ist eine entzündliche Multisystem-Erkrankung, die zahlreiche Organe und Körperteile betreffen kann und vielfältige Beschwerden im Körper auslöst. In nur ca. 50 % der frischen Borrelien-Infektion zeigt sich eine “Wanderröte” und in ca. 20 % eine “Sommergrippe” nach einem Zeckenstich als sicheres Zeichen einer Infektion mit Borrelia burgdorferi. Die Borrelien-Infektion kann in Folgestadien zu Gelenkentzündungen, neurologischen und vielen anderen Beschwerden führen. Die Lyme Borreliose kann sich u. a. in chronisch verlaufenden Entzündungen des Gehirns, des Herzens und des Nervensystems äußern.

Unsere Tests für Borreliose

EliSpot

Borrelien EliSpot:
Borrelia b. Vollantigen + Borrelia b. Peptid-Mix + LFA-1
(2x ACD/CPDA Röhrchen)

EliSpot

Borrelia miyamotoi EliSpot
(2x ACD/CPDARöhrchen)

IFT, ELISA, Immunoblot

ELISA und/oder Immunoblot:
Borrelien-IgM und -IgG Antikörper
(1x Serum/SST Röhrchen)

NK-Zellen CD

CD3-/CD57+ Zellen:
(1x Heparin + 1x EDTA Röhrchen)

PCR

Borrelia burgdorferi-DNA-PCR im Blut, Liquor, Gewebe
(2 x EDTA Röhrchen, Rückenmarksflüssigkeit oder Gewebebiopsien)

Zeckentest

Borrelia burgdorferi sensu lato & Borrelia miyamotoi-DNA-PCR
(aus der Zecke)

Bakterienart:

Borrelia burgdorferi sensu lato (B.b.s.l.) mit den folgenden Unterarten:

  • USA: Borrelia burgdorferi sensu stricto (B.b.s.s.), Borrelia andersonii, Borrelia americanum, B. carolinensis, B. bissettii, B. myamotoi
  • Europa: Borrelia afzelii, Borrelia garinii, B. spielmanii, B. valaisiana, B. lusitaniae, B. bavariensis
  • Asien: Borrelia japonica, B. rutdi, B. tanukii, B. sinica, B. yangtze

Überträger:

Ixodes ricinus (Europa, Gemeiner Holzbock), Ixodes scapularis (USA, Hirschzecke), Ixodes pacificus (USA)

Es gibt 3 Stadien einer Borrelien-Infektion :

  1. Wanderröte, Sommergrippe
  2. Akute Infektion des Organsystems (peripheres Nervensystem, Hirnhautentzündung, Gehirnentzündung, Gelenke, Herz, Augen)
  3. Chronische Infektion des Organsystems (peripheres Nervensystem, zentrales Nervensystem, Muskeln, Herz, Augen, Ohren, Haut)

Symptome (gemäß “Symptoms and Associated Medical Conditions on the Sixteen-Point MSIDS Map” von Dr. Richard Horowitz, Hyde Park, New York, USA):

Abgeschlagenheit, Müdigkeit, unerklärliches Fieber, Schwitzen, insbesondere nächtliche Schweissausbrüche nach Mitternacht (“klitschnass geschwitzt”), Schüttelfrost oder Hitzewallungen, unerklärliche Gewichtszu- oder abnahme, unerklärlicher Haarverlust, geschwollene Lymphknoten, Rachenentzündung, Hodenschmerzen bei Männern, Schmerzen im Unterbauch oder in den Brüsten bei Frauen, unerklärliche Menstruationsstörungen, unerklärliche Bildung von Muttermilch, Reizung oder Funktionsstörungen der Harnblase, sexuelle Funktionsstörung oder Libido-Verlust, Magenbeschwerden, veränderte Darmtätigkeit (Verstopfung oder Durchfall), Brust- oder Rippenschmerzen, Kurzatmigkeit, Husten, Herzklopfen, Herzstolpern, Herzrhythmusstörungen, Herzgeräusche, Herzklappenprolaps,Gelenkschmerzen oder -schwellungen, Versteifung der Gelenke, des Nackens oder Rückens, Muskelschmerzen oder -krämpfe, Zuckungen des Gesichts oder anderer Muskeln, Kopfschmerzen, “Knacken” im Nackenbereich, kribbelndes Taubheitsgefühl, brennende oder stechende Empfindungsstörungen, Gesichtsnervenlähmungen (Fazialisparese), Doppeltsehen, Verschwommensehen, Sehen von “Mücken” und “Schleiern”, Ohrgeräusche (Tinnitus), Ohrschmerzen, Schwindelgefühl, Benommenheit, Gleichgewichtsstörungen, Schwierigkeiten beim Gehen, Zuckungen oder Zittern (Tremor), Verwirrtheit, Schwierigkeiten beim Denken oder Lesen, Konzentrationsschwierigkeiten, Vergesslichkeit, verschlechtertes Kurzzeitgedächtnis,
Desorientiertheit: sich verirren, das falsche Ziel ansteuern, Schwierigkeiten beim sprechen und schreiben, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Depressionen, Schlafstörungen (auch über einen längeren Zeitraum): zu viel oder zu wenig Schlaf, zu frühes Erwachen, verstärkte Symptomatik oder verschlimmerter Kater nach Alkohol-Konsum, Alkoholunverträglichkeit (z.B. “Flush”).

Assoziationen:

z.B. Morbus Alzheimer, Multiple Sklerose, Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), Depressionen, Fibromyalgie, Chronisches Erschöpfungssyndrom (engl.: chronic fatigue syndrome, CFS), Autismus, Morbus Parkinson, Rheumatoide Arthritis, Autoimmunerkrankungen (z.B. Hashimoto-Thyreoiditis), Multiple Enzephalitis (ME), Sarkoidose (Morbus Boeck)

Risikofaktoren:

Outdoor-Aktivitäten (sowohl im Beruf als auch in der Freizeit), Zeckenstiche, Insektenstiche, Bremsenstiche